"Das Besondere Etwas"

 
 

Bücher von Andrea Tschirner

 
     
© Das Besondere Etwas, 2011
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Der Stoff aus dem die Träume sind

Kurzgeschichten von Andrea Tschirner

Leseprobe:
...Es wurde langsam eng und ohne Antrag keine Hochzeit - diesmal nicht!
Es geschah an dem Abend, als ich völlig verwirrt annahm, dass er auszöge. Das war jetzt auch nicht unbedingt das Erwartete und es gab auch keinen
Grund - das heißt: nicht mehr kleine und große Katastrophen als sonst. Also schon etwas überraschend. Und dass er als erstes die Bettwäsche mitnahm
auch eigenartig. Ich hätte das Tafelsilber genommen. Na gut, davon hatten wir nicht wirklich viel.
Und dann stand er da, mein Prinz.

 

  Der Stoff aus dem die Träume sind      Die Rettung der vier Jahreszeiten Seite 3 Die Rettung der vier Jahreszeiten Seite 13 Die Rettung der vier Jahreszeiten Seite 24

 

Der Stoff aus dem die Träume sind

 

ISBN:  978-3-00-036275-0
Größe: ca. 15 x 15 cm
Seiten: 36 (durchgehend farbig)
Preis:   5,00 EUR

 

Versandkosten:
Deutschland:   1,50 EUR pro Buch (ab 4 Bücher günstiger)

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Und hier gehen die Geschichten aus meinem Buch weiter.
...
»Mutti....?«
»Ja?«
»Ich muss sehr intensiv an Selbstmordrehe denken«
»Selbstmordrehe....?«
»Ja, ich weiß ganz genau: Die gibt es!«
»Quatsch.«
»Doch! Sonst brauchte man ja keine Tierpsychologen. Wenn uns nun so ein Selbstmordreh vor das Auto springt?«
»Schluss jetzt!«
Das fehlte mir gerade noch. Wir hatten uns gründlich verfahren, es war stockdunkel, ich sah eh' nur die Hälfte.
Die Autobahn war leergefegt, das wiederum sah ich genau. Wir hatten nicht die geringste Ahnung, wo wir uns befanden,
neben mir ein Angsthase sondergleichen und dann noch diese Selbstmordrehe. Wunderbarer Gedanke.
»Mutti?«
»Nein, ich will nichts mehr hören!«
»Mutti?«
»Mäxchen, es gibt keine Selbstmordrehe! Gib jetzt Ruhe!«
»Ja, aber kennst du den Film ,Die Geisterautobahn ins Jenseits'?«
Das darf doch jetzt nicht wahr sein.
»Es gibt keine Geisterautobahn!«
»Aber die sah genauso aus: Kein Auto, kein Hinweisschild, leichter Nebel...«
»Schluss damit!«
»Mutti...?«
»Nein, nein, nein!«
»Autobahngespenster...!«
»Nein!«
Gott sei Dank: Da kam das erste Geisterauto , das erste Hinweisschild ins Jenseits, das von tollen Straßenlaternen angestrahlt wurde,
die wohl auch jedem Selbstmordreh den Sprung vor ein Auto verdorben hätten.
»Mäxchen, wir haben es geschafft.«
»Muttiiiiii...?«
»Ruhe!«



COMPUTERGESCHICHTE FÜR FRAUEN
Mein Verhältnis zu Computern konnte man nicht gerade als das beste bezeichnen und mein guter Wille, dies zu ändern,
hielt sich in Grenzen. Das musste der Grund dafür sein, dass sich der Ehrgeiz von l.S., mir dieses Teufelsding nahe bringen
zu wollen, immer mehr steigerte. Bei jeder passenden und natürlich auch unpassenden Gelegenheit eröffnete er mir wie zufällig
die zahlreichen Möglichkeiten, die sich durch die Nutzung dieser Rechenmaschinen ergaben. Man könne Geschichten damit schreiben
(geht auch mit Papier und Stift), zeichnen (Wieso?), Krimis schauen (zugegeben, darüber könnte man nachdenken... ), E-Mails verschicken
(man kann auch telefonieren) und so weiter.
Die Liste nahm kein Ende. Manchmal wunderte ich mich, dass mein Computer-Analphabetismus bis jetzt bei mir noch keine größeren
psychischen und physischen Schäden hinterlassen hatte. Über Spätfolgen kann ich heute natürlich noch keine Aussage treffen.
Keine Gelegenheit in unserem Alltag wurde ausgelassen, um mir den Anschaltknopf zu zeigen und zu beteuern, dass die Benutzung
des selbigen völlig gefahrlos sei. Das heißt, ein Computer explodiere in den seltensten Fällen und ihm durch meine Bedienung
schwere Schäden zuzufügen, wäre fast unmöglich.
»Und hier ist der Knopf, Miezekatze«, oder »Da kommt eine Überraschung, wenn man DEN Knopf drückt«. Steter Tropfen höhlt den Stein
und so stand auch ich eines Tages entschlossen vor diesem Teufelsding. Viel kann ja nicht passieren und so ein Knopfdruck ist noch
kein Bedienen. Merkt doch keiner! Der Computer ging an und in großen Lettern stand: ICH HAB ES DOCH GEWUSST, MIEZEKATZE. Na prima,
hat er es doch geschafft. Nun muss ich das Ungetüm (also den Computer, nicht Steffen!) nur noch menschlich machen, damit wir beide uns
anfreunden können. Er braucht einen Namen, Albert oder Willy, wie mein Großvater (da gewinnt er gleich an Sympathie), eine Vergangenheit,
eine Geschichte mit viel Gefühl - also denke ich mir eine Geschichte aus: eine Computergeschichte für Frauen

Wieder so ein Tag. Ich bin seit Stunden mit Emmi beschäftigt. Sie kränkelt, ist unpässlich, außer Kontrolle. Ich weiß nicht mehr weiter,
habe alles probiert. Könnte ich sie austauschen? Aber Emmi ist eben Emmi...
Ich versuche es weiter. Die Idee, Oskar auf ihr zu installieren, ist auch fehlgeschlagen. Oskar entspricht einfach nicht ihren Vorstellungen
- die totale Beziehungskrise.
Ich höre meine Frau kommen. »Emmi?« fragt sie und ich spüre tröstend ihre Hand auf meiner Schulter. Wir sorgen uns nicht das erste Mal um sie.
Totale Zusammenbrüche, Identifikationspro­bleme und Virenbefall häuften sich in letzter Zeit. »Ja«, antwortete ich resigniert. »Und Oskar?«
Ihr Ton klang hoffnungsvoll. »Auch nicht«. Minuten der Stille. Dann drückten wir auf den Knopf. Emmi ist nicht mehr.
»Kopf hoch!«, sagt meine Frau. »Eine neue Festplatte ist im Haushaltsetat drin und über einen neuen Server reden wir noch.«
Und schon greifen wir nach dem Namensbuch, um sie zu richtigen Familienmitgliedern zu machen, mit Namen, Geburtsdatum, Charaktereigenschaften und
so weiter. Meine Frau muss die beiden schließlich auch mögen können.



Hier enden meine Geschichten erst einmal.
Geschrieben wurden sie auf Willy - meinem Freund. Er ist noch ganz neu in der Familie und wurde nach einem kurzen Stoßseufzer »Jetzt könnte ich so ein... Dings gebrauchen.«
adoptiert. Ich hatte nur laut gedacht und - schwupp - kontaktierte l.S. alle seine Verbindun­gen. Der Adoptionsantrag wurde gestellt und sofort bewilligt.
Für Willy war ich Gott sei Dank nicht zu alt, obwohl er ganz klein ist... Fast ein Baby! Mit ihm kämpfe ich mich nun durch die Welt der Datensicherungen,
des Virenbe- und Systemausfalls, ungewollter Passwortänderungen und Formatierungen und, und, und.
Er ist klar im Vorteil durch seine erbliche Vorbelastung. Aber wir kriegen das schon hin und freuen uns gemeinsam auf neue Geschichten, die das Leben schreibt.




          E N D E